Glossar

Bauantrag
Bauingenieur
Baukonstruktion
Bauprozess
Bauplanung
Bauausführung
Baustatik
Bauwerk
Tragwerk
Tragwerksplaner
Temporäres Bauwerk
Energieeinsparverordnung
Gebäude
Honorarordnung für Architekten und Ingenieure
Entwurfsplanung
Genehmigungsplanung
Ausführungsplanung
Standsicherheit
Verkehrsbauwerke
Ver- und Entsorgungsbauwerke
Wärmeschutz
Wehr- und Schutzbauwerke

Bauantrag

Der Bauantrag ist der Antrag des Bauherrn auf eine Baugenehmigung für ein Bauvorhaben. In Deutschland werden Einzelheiten durch die Bauordnung und die Bauvorlagenverordnung des jeweiligen Bundeslandes geregelt. Im Normalfall ist für das Erstellen eines Bauantrags ein bauvorlageberechtigter Entwurfsverfasser erforderlich. Unter seiner Verantwortung werden die Bauvorlagepläne, statische Berechnungen usw. erstellt. Ebenso wie der Bauherr unterzeichnet er diese Unterlagen sowie die Bauantragsformulare. Zur Klärung von Einzelfragen kann vor einem Bauantrag zunächst eine Bauvoranfrage gestellt werden. Der Bauantrag ist schriftlich bei der unteren Bauaufsichtsbehörde einzureichen. Mit dem Antrag sind alle für die Beurteilung des Bauvorhabens und die Bearbeitung des Bauantrags erforderlichen Unterlagen (Bauvorlagen) einzureichen. Näheres regeln meist entsprechende Rechtsverordnungen der Bundesländer (Bauvorlagenverordnungen). Der Bauantrag beinhaltet folgende Unterlagen:

  1. Ausgefüllter Bauantrag mit statistischem Erhebungsbogen. Formblatt zum Anzeigen jeglicher baulicher Änderungen, für die Genehmigungserteilung seitens der Behörden. Eine Zustimmungserklärung der Nachbarn sowie ggf. eine Baulastenerklärung.
  2. Als Bauzeichnung wird die zeichnerische Darstellung der geplanten Baumaßnahme bezeichnet. Genaue Angaben sind stets bei der zuständigen Gemeindestelle zu beziehen, in der Regel beim Bauamt der Gemeinde bzw. der Stadt.
  3. Katasteramtlicher Lageplan, i. d. R. ein Auszug aus der Liegenschaftskarte. Dieser ist, je nach landesrechtlichen Vorschriften, beim zuständigen Katasteramt, bei öffentlich bestellten Vermessungsingenieuren oder Sachverständigen für das Vermessungswesen erhältlich. Es sind in der Regel ein beglaubigtes und zwei unbeglaubigte Exemplare vorzulegen
  4. Baubeschreibung bzw. zusätzlich die Betriebsbeschreibung bei gewerblichen Baumaßnahmen). Durch die Baubeschreibung wird das Vorhaben in seinen technischen Einzelheiten, durch die Angabe von verwendeten Baumaterialien und Ausstattungen, erläutert.
  5. Berechnungen und Ermittlung der bebauten Fläche, des umbauten Raumes, der Grundflächenzahl (GRZ), der Geschossflächenzahl (GFZ), der Wohnfläche oder Nutzfläche, Angabe der Rohbaukosten und Gesamtbaukosten.
  6. Standsicherheitsnachweis (Statik), Wärmeschutznachweis sowie gegebenenfalls der Schallschutznachweis. Diese können zumeist auch im Laufe des Genehmigungsverfahrens nachgereicht werden, bzw. sind bei bestimmten Baumaßnahmen nicht erforderlich.

Bauingenieur

Im Regelfall ist der Bauingenieur ein Tragwerksplaner. Im Rahmen seines Studiums werden diesem umfassende Kenntnisse sowohl der Statik von Tragstrukturen als auch der baustoffspezifischen Bemessungen (Beton- und Stahlbetonbau, Holz- und Stahlbau, Grundbau, usw.) vermittelt.

Baukonstruktion

Unter dem Begriff Baukonstruktion versteht man sowohl den Konstruktionsprozess als auch das Ergebnis - dem Gefüge der Bauteile im fertigen Bauwerk. Sie ist geprägt von Normen, Vorschriften und technischen Regeln, den sogenannten anerkannten Regeln der Technik. Man unterscheidet Baukonstruktionen nach folgenden Kriterien: Art des Bauteils (z.B. Sparrendach, Wandkonstruktion, Weiße Wanne), Material (z.B. Holztafelbauweise, Mauerwerksbau, Stahlbetonbau), Bauweise (z.B. Massivbau, Skelettbauweise, Schottenbauweise) und Bauphase (z.B. Erdbau, Rohbau, Innenausbau).

Bauprozess

Ein Bauwerk entsteht durch Bebauung eines Bauplatzes. Der Bauprozess umfasst Bauplanung und Bauausführung. An die Bauphase schließt in der Regel die Nutzungsphase an.

Bauplanung

Am Anfang des Bauprozesses steht die Bauplanung. Dabei wird ein Bauvorhaben gedanklich entwickelt und gestaltet. Die Überlegungen werden in Bauzeichnungen festgehalten. Dabei müssen bestimmte Randbedingungen wie geographische oder gesetzliche Gegebenheiten berücksichtigt werden. Die Umsetzbarkeit der Planung wird in statischen Berechnungen nachgewiesen. Die Bauplanung ist der erste Abschnitt des Bauprozesses, wird jedoch auch noch während der Bauausführung weitergeführt. Sie ist Voraussetzung für die Genehmigung eines Bauvorhabens in Deutschland.

Bauausführung

Unter dem Prozess der Bauausführung bezeichnet man die Phase, in der ein Bauwerk mit Hilfe der Bautechnik errichtet wird. Sie beginnt üblicherweise mit dem symbolischen Akt des „Spatenstichs“ und endet mit der Bauabnahme durch den Bauherrn oder der Bauleitung. Im Anschluss beginnt die Nutzung des Gebäudes.

Baustatik

Baustatik oder die Statik der Baukonstruktionen ist die Lehre von der Sicherheit und Zuverlässigkeit von Tragwerken im Bauwesen. Ein wesentlicher Teil der Statik ist es, aus einem komplexen Bauwerk ein klar definiertes Tragsystem zu modellieren, das man mit wirtschaftlich sinnvollem Aufwand berechnen kann. Mit Hilfe von analytischen und graphischen Verfahren werden die Lasten ermittelt. Daraus ergeben sich die wirkenden Schnittgrößen. Diese werden durch die tragenden Bauteile in den Baugrund abgetragen. Die auf ein Bauwerk wirkenden Lasten unterteilt man nach der Häufigkeit ihres Auftretens in ständige (Eigengewicht der Konstruktion), veränderliche (Schnee, Wind, Temperatur, Verkehr oder schwankende Wasserstände) und außergewöhnliche Einwirkungen (Erdbeben, Feuer oder den Anprall von Fahrzeugen).

Bauwerk

Bei einem Bauwerk handelt es sich um eine von Menschen errichtet, stationäre, raumbildene Konstruktion, die fest im Untergrund verankert ist. In der Regel ist ein Bauwerk für eine langfristige Nutzung konzipiert. Wie bei einem Schiffshebewerk oder einem Drehrestaurant können einzelne Teile eines Bauwerkes beweglich ausgebildet sein. Grundlegend werden Bauwerke in die Kategorien Tiefbau und Hochbau unterteilt. Man kann sie aber auch nach ihrer Funktion, Nutzungsart, konstruktiven Bauweise, etc. einordnen. Ein Bauwerk besteht aus einzelnen Bauteilen, die wiederum aus Baustoffen bestehen. Die Art der Konstruktion und die Verwendung der Baustoffe variiert je nach Standort, Technologiestand und Baustil. Man unterscheidet zwischen Gebäuden, Verkehrsbauwerken, Ver- und Entsorgungsbauwerken, Wehr- und Schutzbauten und Temporären Bauwerken.

Tragwerk

Im Bauwesen bezeichnet man das statische Gesamtsystem aus Decken, Balken, Stützen, Wänden und der Gründung als Tragwerk. In der Baustatik unterscheidet man zwischen Stab- oder Fachwerken und Flächentragwerken. Stab- oder Fachwerke setzen sich aus Stäben, Trägern, Stützen oder Rahmen zusammen. Wohingegen Flächentragwerke aus Platten, Scheiben, Schalen oder Membranen bestehen.

Tragwerksplaner

Der Tragwerksplaner (umgangssprachlich Statiker) entwirft das Tragwerk von Gebäuden, Ingenieurbauwerken und anderen baulichen Anlagen. Der Tragwerksplaner erstellt den nach dem Bauordnungsrecht erforderlichen Standsicherheitsnachweis. Grundlage seiner statischen Berechnungen sind Lastannahmen und Tragfähigkeitsannahmen sowie Berechnungsmodelle, die der Tragwerksplaner üblicherweise den entsprechenden Normen (Allgemein anerkannte Regeln der Technik) entnimmt. Im Sinne des Bauordnungsrechts ist in Deutschland der Tragwerksplaner als Entwurfsverfasser oder als ein vom Entwurfsverfasser oder vom Bauherrn herangezogener Sachverständiger tätig. Als Entwurfsverfasser hat der Tragwerksplaner dafür zu sorgen, dass die für die Ausführung notwendigen Bauzeichnungen, statischen Berechnungen und Anweisungen geliefert werden und den genehmigten Bauvorlagen, den öffentlich-rechtlichen Vorschriften und den als Technische Baubestimmungen eingeführten technischen Regeln entsprechen. Eine offizielle Beschreibung der Tätigkeitsbereiche des Tragwerksplaners gibt es in der deutschen Honorarordnung für Architekten und Ingenieure.

Temporäres Bauwerk

Als Temporäre Bauwerke oder fliegende Bauten bezeichnet man raumbildene Konstruktionen, die nur einen begrenzten Zeitraum an einem Ort stehen. Oft zeichnen sie sich durch eine leichte Bauweise und wiederverwendbare, leicht montierbare Bauteile aus. Typischerweise sind das Zelte, Tribünen, Messepavillons oder Containergebäude.

Energieeinsparverordnung (EnEV)

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) ist ein Teil des deutschen Baurechts. In ihr werden vom Verordnungsgeber auf der rechtlichen Grundlage der Ermächtigung durch das Energieeinsparungsgesetz (EnEG) Bauherren bautechnische Standardanforderungen zum effizienten Betriebsenergieverbrauch ihres Gebäudes oder Bauprojektes vorgeschrieben. Sie gilt für Wohngebäude, Bürogebäude und gewisse Betriebsgebäude, die jährlich vier Monate lang beheizt werden und eine durchschnittliche Innentemperatur von 12 - 19°C aufweisen. In der Energieeinsparverordnung sind 2002 die Wärmeschutzverordnung (WSchV) und die Heizungsanlagenverordnung (HeizAnlV) aufgegangen. Die Hauptanforderungsgröße für Neubauten in der EnEV ist der Jahresprimärenergiebedarf im Vergleich zu einem Referenzgebäude gleicher Geometrie und Abmessung und vorgegebenen technischen Eigenschaften. Zusätzlich einzuhalten ist ein vom Gebäudetyp abhängiger Grenzwert für den auf die wärmeübertragende Umfassungsfläche bezogener Transmissionswärmeverlust. Für Änderungen im Bestand (Altbauten) sind entweder die geforderten Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Werte) einzuhalten (Bauteilverfahren) oder die Höchstwerte des Jahresprimärenergiebedarfs des ganzen Gebäudes nachzuweisen (Bilanzverfahren); sie dürfen um bis zu 40 % über den Grenzwerten für Neubauten liegen. Bei Erweiterungen der beheizten Nutzfläche um mehr als 50 m² gelten für den neuen Gebäudeteil die Anforderungen an Neubauten. Die EnEV stellt erstmals auch Anforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz und ermöglicht die Berücksichtigung solarer Wärmegewinne. Die EnEV gilt nicht für denkmalgeschützte Gebäude, Betriebsgebäude, die überwiegend der Tierhaltung und Pflanzenzucht dienen oder die lang anhaltend offen gehalten werden müssen, unterirdische Bauwerke oder Temporäre Bauwerke, die wiederholt aufgebaut und zerlegt werden müssen.

Gebäude

Ein Gebäude ist ein Bauwerk, das dem Aufenthalt von Menschen, der Unterbringung von Tieren, der Aufzucht von Pflanzen oder der Lagerung von Sachen dient. Darunter fallen Wohnhäuser, Bürogebäude, Ställe, Gewächshäuser, Fabrikhallen und Lagerhäuser.

Honorarordnung für Architekten und Ingenieure 

Die Gesamtleistung von Architekten oder Ingenieuren wird in Deutschland nach der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) in Leistungsphasengegliedert. Die HOAI ordnet den Leistungsphasen einen bestimmten Anteil des Gesamthonorars des Architekten oder Ingenieurs zu. Für das Leistungsbild Gebäude und raumbildende Ausbautenim Sinne von § 33 HOAI gibt es nach Anlage 11 HOAI neun Leistungsphasen:

  1. Grundlagenermittlung
  2. Vorplanung mit Kostenschätzung
  3. Entwurfsplanung und Kostenberechnung
  4. Genehmigungsplanung
  5. Ausführungsplanung
  6. Vorbereitung der Vergabe einschließlich Ermitteln der Mengen und Aufstellen von Leistungsverzeichnissen (LV)
  7. Mitwirkung bei der Vergabe inklusive Kostenanschlag
  8. Objektüberwachung (Bauüberwachung) und Kostenfeststellung
  9. Objektbetreuung und Dokumentation

Im alltäglichen Sprachgebrauch von Architekten und Ingenieuren werden bestimmte Leistungsphasen, die in erster Linie zur Honorarermittlung dienen, zusammengefasst. So werden die drei ersten Phasen als Entwurfsphase bezeichnet. Für Phase 5 hat sich auch der Begriff Werksplanung eingebürgert. Im Zusammenhang mit den Leistungsphasen 6 und 7 werden auch die Begriffe Ausschreibung, Vergabe oder Abrechnung (AVA) verwendet.

Entwurfsplanung

    Der Begriff Entwurfsplanung wird in Deutschland vor allem im Bauwesen verwendet und ist als dritte Phase der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) definiert. Die Entwurfsplanung wird von Architekten und Ingenieuren durchgeführt. Ziel ist ein stimmiges und realisierbares Planungskonzept, das alle projektspezifischen Problemstellungen berücksichtigt. In der HOAI wird detailliert festgelegt, welche Anforderungen bezüglich der Darstellung und der Planungstiefe eine Entwurfsplanung zu erfüllen hat. Dazu gehört das Durcharbeiten des Planungskonzepts unter Berücksichtigung städtebaulicher, gestalterischer, funktionaler, technischer, bauphysikalischer, wirtschaftlicher, energiewirtschaftlicher und landschaftsökologischer Anforderungen unter Verwendung der Beiträge anderer an der Planung beteiligter Fachleute. Das Ergebnis wird in Entwurfszeichnungen festgehalten, welche als Grundlage für Verhandlungen mit Behörden für die Genehmigungsplanung dienen. Die Pläne werden auch zur Kostenberechnung nach DIN 276 herangezogen.

    Genehmigungsplanung

      Die Genehmigungsplanung, ist die vierte Leistungsphase nach HOAI und umfasst alle Arbeiten zur Zusammenstellung eines Bauantrags mit dem Ziel der Erteilung einer Baugenehmigung. Ein derartiger Bauantrag besteht in Deutschland meist aus folgenden Unterlagen:

      1. Eingabeplan mit Grundrissen, Ansichten und Schnitten
      2. Bauantragsformular
      3. Baubeschreibung
      4. statistischer Erhebungsbogen
      5. Wärmeschutznachweis
      6. Standsicherheitsnachweis (Statische Berechnung, Statik)
      7. Amtlicher Lageplan
      8. ggf. weiteren notwendige Nachweise und Angaben, die zur Erteilung der Genehmigung von der Bauaufsichtsbehörde gefordert

      Genehmigungsplanungen dürfen in Deutschland nur von Bauvorlageberechtigten angefertigt werden. Üblicherweise sind das Architekten oder Bauingenieure. Die Genehmigungsplanung dient als Grundlage für die Ausführungsplanung.

      Ausführungsplanung

        Im Rahmen der Ausführungsplanung wird die vorangegangene Entwurfsplanung bzw. Genehmigungsplanung soweit durchgearbeitet, dass das Bauvorhaben realisiert werden kann. Während des Planungsprozesses findet meist ein intensiver Austausch mit Fachleuten, Produktherstellern oder ausführenden Unternehmen statt. Ziel der Werksplanung ist es einen Plansatz zu erstellen, der zum Bau freigegeben wird. Die Ausführungspläne enthalten alle Angaben, die zur Erstellung oder zum Umbau des Bauwerks erforderlich sind. Dies sind zum Beispiel Maße, Materialangaben, Angaben zur Qualität und Beschaffenheit, Toleranzen und Verarbeitungshinweise. Bestandteil der Ausführungsplanung können auch schriftliche Anweisungen in Tabellenform sein. Bei der traditionellen Bauorganisation wird die Ausführungsplanung durch Architekten, Bauingenieure (Tragwerksplanung, Schalplan, Bewehrungsplan) und Fachingenieure (z.B. Heizung-, Sanitär- und Lüftungsplanung oder Elektroplanung) erstellt. Die Ausführungsplanung ist Voraussetzung für die Mengenermittlung (bausprachlich Massenermittlung) und dient damit zur Vorbereitung der Vergabe.

        Standsicherheit

        Die Standsicherheit ist die Anforderung an bauliche Anlagen nichteinzustürzen. Im Rahmen des rechnerischen Standsicherheitsnachweises wird sie als Quotient zwischen den aufnehmbaren und den vorhandenen Beanspruchungen eines Tragwerks berechnet. Zum Nachweis der Standsicherheit müssen verschiedene Versagensmechanismen einzeln nachgewiesen werden. Sie können in Systemversagen und örtliches Versagen untergliedert werden. Die Berechnung der Beanspruchungen erfolgt über die Lösung von Differentialgleichungen. In der Regel können diese nicht exakt gelöst werden. Es werden daher physikalische oder numerische Näherungslösungen ermittelt. Ein Beispiel für ein numerisches Näherungsverfahren ist die Finite-Elemente-Methode (FEM).

        Verkehrsbauwerke

        Verkehrsbauwerke sind bauliche Anlagen, die zur Abwicklung des Personen- oder Güterverkehrs dienen. Das können Straßen, Eisenbahnstrecken, Brücken, Tunnel, Kanäle, Schleusen oder Häfen sein.

        Ver- und Entsorgungsbauwerke

        Versorgungsbauwerke stellen die Grundversorgung des Menschen mit Wasser, Wärme, Strom aber auch Informationen sicher. Entsorgungsbauwerke transportieren Reststoffe wie Müll, Abgase oder Abwasser ab und führen sie einem Wiederverwertungs- oder Reinigungsprozess zu. Typische Bauwerke sind Wasser- und Stromkraftwerke, Sendemasten, Müllverbrennungsanlagen und Kläranlagen.

        Wärmeschutz

        Der Wärmeschutz im Bauwesen als Teilbereich der Bauphysik wird in die Bereiche Winterlicher Wärmeschutz und Sommerlicher Wärmeschutz aufgeteilt. Der Winterliche Wärmeschutz hat den Zweck, während der Heizperiode an den Innenoberflächen der Bauteile eine ausreichend hohe Oberflächentemperatur zu gewährleisten. Die einzuhaltenden Werte werden als Mindestwärmeschutz in der DIN 4108 definiert. Weiter dient der Winterliche Wärmeschutz dazu, Bauteilkonstruktionen zu definieren, die den Wärmeverlust durch Transmission so weit begrenzen, dass die in der Energieeinsparverordnung (EnEV) genannten Grenzwerte eingehalten werden. Diese werden durch den Wärmedurchgangskoeffizienten, den sogenannten U-Wert beschrieben. Der Sommerliche Wärmeschutz dient dazu, die durch Sonneneinstrahlung verursachte Aufheizung von Räumen so weit zu begrenzen, dass ein behagliches Raumklima gewährleistet wird. Beim Sommerlichen Wärmeschutz sollte gemäß der Vorschriften der Energieeinsparverordnung nach Möglichkeit auf den Einsatz von Klimaanlagen verzichtet werden. Denn Klimageräte sind wegen Ihres hohen Stromverbrauchs keine umweltfreundlichen Produkte.

        Wehr- und Schutzbauwerke

        Wehr- und Schutzbauten können militärischer oder ziviler Art sein. Sie dienen der Abwehr oder dem Schutz vor ausgewöhnlichen Zuständen oder Ereignissen. Darunter fallen Schutzwälle oder –dämme, Schutzräume, Bunker oder Wehranlagen.